Diakoniesozialstation

Die Träger der Sozialstation Scheeßel sind zu gleichen Teilen die politischen Gemeinden Fintel und Scheeßel, sowie die Kirchengemeinden Fintel, Lauenbrück und Scheeßel.

 

 

Diakoniesozialstation

Die Träger der Sozialstation Scheeßel sind zu gleichen Teilen die politischen Gemeinden Fintel und Scheeßel, sowie die Kirchengemeinden Fintel, Lauenbrück und Scheeßel.

„Trost spenden wird nicht vergütet "

 

Scheeßel - Diakonie-Sozialstation Scheeßel-Fintel – das ist der nüchterne Titel einer Einrichtung, die seit zwei Jahrzehnten nicht nur für ambulante Alten- und Krankenpflege, Krankenhausnachsorge und Betreuungsangebote steht, sondern auch für den diakonischen Auftrag, nämlich Trost zu spenden, Beistand zu leisten und Mut zu machen.

Begingen das Jubiläum der Einrichtung (v.l.) Bischof Jacob Selwane, Pastorin Gunda Handrich, Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele, Superintendent Hans-Peter Daub, Pflegedienstleiterin Gisela Wewer, Samtgemeindebürgermeister Fintel Michael Niestädt, Pastor Lars Rüter und die kommissarische Geschäftsführerin Marianne Kuhn.

Ihr 20-jähriges Bestehen wurde am Sonntag auf ausdrücklichen Wunsch der Mitarbeiter nicht nur mit einem Empfang, sondern auch einem vorausgehenden Jubiläumsgottesdienst in der St.-Lucas-Kirche gewürdigt.

Bereits im Gottesdienst machten Pastorin Handrich, Superintendent Hans-Peter Daub, Bischof Jacob Selwane, der gegenwärtig mit einer Delegation aus Botswana im Landkreis zu Gast ist, sowie Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele in ihrem Grußwort deutlich, worum es im Kern geht: Um die Würdigung und Wertschätzung all derer, die bei der Versorgung des ländlichen Raums mit Pflegeleistungen trotz zunehmender wirtschaftlicher Zwänge mit viel Engagement für die Menschlichkeit im Miteinander eintreten.

Den Spagat zwischen Dienst nach der Stoppuhr und Zuhören, wo es keinen anderen Gesprächspartner gäbe, verdeutlichten auch die Redner des anschließenden Empfangs, langjährige Pflegedienstleiterin Gisela Wewer, die kommissarische Geschäftsführerin Marianne Kuhn und der erste Geschäftsführer August-Wilhelm Leverenz. Er beleuchtete die Entwicklung der im Jahr 1991 von den Kirchengemeinden Scheeßel, Fintel, Lauenbrück sowie den politischen Gemeinden Scheeßel und Lauenbrück und damals auch dem DRK gegründeten Gesellschaft, die den weißen Fleck auf der Landkarte ambulanter Pflegeeinrichtungen schließen sollte – diese Aufgaben oblagen damals noch den Krankenhäusern und Familienangehörigen.

Von Provisorien der Anfangszeit im Hausmeisterwohnhaus auf dem Kreuzberg mit Lagerung der Toilettensitze in der Badewanne und Abrechnungen auf dem Wohnzimmertisch habe sich die Einrichtung im Laufe der Zeit zu einer auch aus wirtschaftlicher Sicht erfolgreichen Institution gemausert. Leverenz erinnerte an Meilensteine wie die Anschaffung der ersten Dienstwagen, einer EDV-Anlage, Realisierung eines Neubaus und zwischenzeitliche Finanzlücken sowie Inkrafttreten des Sozialgesetzbuches 1994, in seinen Augen „der Anfang einer auswuchernden Bürokratie.“ So wurde 1997 die kaufmännische Buchführung eingeführt. Damit war man in Scheeßel Vorreiter im Bereich der Hannoverschen Landeskirche. Dies sei der Grundstein für ein Handeln über den gesetzlichen Rahmen hinaus, denn, so verdeutlichte Leverenz, „Trost zu spenden wird nicht vergütet.“ Es werde immer schwieriger, in Zeiten, wo die Mittel der Landeskirche gen Null zurückgefahren würde, den diakonischen Auftrag auszuführen.

Das bestätigte Pflegedienstleiterin Gisela Wewer. Derzeit würden 160 Patienten sowie 180 Beratungskunden betreut, der Mangel an geschultem Pflegepersonal sei auch im Landkreis bereits angekommen.

Der abschließenden Bitte von Superintendent Hans-Peter Daub mochten sich wohl ein Großteil der geladenen Gäste anschließen: „Bitte bewahrt euch euer diakonisches Profil!“ · hey

Rotenburger Kreiszeitung vom 02.10.2013